Inside im INSIDE Home & Office
Ein Donnerstagabend an der Baslerstrasse: Wir treffen uns zum Inside im INSIDE und werfen einen Blick in den Showroom, der sich verschachtelt auf den Etagen hinter den Schaufensterkästen der Nummer 19 verbirgt. Für einen Abend dreht sich hier alles um Designmöbel, um Raumtextilien und Licht. Geschäftsführer Davor Martic und sein Team stellen sich vor und zeigen uns die Welt hinter dem Entwerfen von Raumwelten. Sie geben uns einen Einblick in den Showroom und die Arbeit dahinter. 
Um 17.00 Uhr füllt sich der Showroom an der Baslerstrasse. Die drei Schaufensterkästen vor dem Laden haben alle Gäste schon einmal gesehen und bewundert. Klassische und zeitgenössische Designermöbel ziehen im Vorbeigehen immer wieder die Blicke auf sich. Dass sich hinter den Schaukästen aber zahlreiche halbe Etagen und ein unterirdischer Tunnel verbergen, war lange nicht allen bekannt.
Auch wenn es sich fast nach Harry Potter und sich drehenden Treppen anhört, sind wir immer noch in Olten. Und so begrüsst uns Tanja Zehnder hier an der Baslerstrasse 19. Sie und ihr Mann Christoph Zehnder haben das INSIDE vor rund vier Jahren übernommen und sind schon wenige Monate nach der Übernahme, vom vorherigen Standort an der Baslerstrasse 1 ein paar Häuser weitergezogen.

Was die Jahre vorher passierte, schildert uns Davor Martic direkt nach der Begrüssung. Davor Martic ist der Geschäftsführer des INSIDE, das es schon 20 Jahre gibt. Gegründet von Norbert Jud, eröffnete das Möbelgeschäft zunächst an der Ringstrasse und fand erst später seinen Weg zur Baslerstrasse. Ausserdem gab uns Davor einen ersten Einblick, in die Welt der Designklassiker. Denn schon auf der ersten Etage fanden sich Möbelstücke, deren Design sich in den letzten hundert Jahren kaum verändert hat.
Ein Sessel, der seit 1928 dieselbe Form hat und die grössten Experimente in Form und Material wagt. Ein anderer Sessel, der 1958 entworfen wurde und seitdem nur gewachsen ist. Denn wenn die Menschen immer grösser werden, müssen dies auch die Möbel, erzählt Davor. Er zeigt dann noch auf einen Schreibtischstuhl und sagt: "Das Modell wurde 1958 entworfen und wurde seitdem nur in neuen Farben produziert. Die Form ist noch dieselbe. Und wer sich für den Drehstuhl entscheidet, profitiert von 35 Jahren Garantie."

Von diesem informativen Intro ging es mit drei kleinen Vorträgen weiter. Das Team um Davor gab uns einen Einblick in die Planung von neuen Raumwelten. Und die kann ganz unterschiedlich sein: Manchmal sind es einzelne Möbelstücke, die ersetzt werden sollen und manchmal sind es ganze Wohnungen oder Häuser, die gestaltet werden dürfen. Da heisst es, auf Bestehendes Rücksicht zu nehmen, Architektenpläne zu studieren und die Bedürfnisse der Kunden und Kundinnen abzuholen.
Station 1: Rebecca Elmiger, Wohn- und Büroberaterin und -planerin

Rebecca zeigt uns im Eingangsbereich des INSIDE anschaulich, was bei der Planung der neuen Gestaltung eines Raumes beachtet werden muss. Da wären zum einen Grundrisspläne. Die helfen Abstände einzuschätzen, Teppichgrössen einfacher zu definieren und die Wirkung von Farben nebeneinander im Raum aufzuzeigen.
Auch Visualisierungen helfen bei der Planung: Sie geben ein gutes räumliches Gefühl und stellen auch Wandfarben-, Wandgestaltungen, Tapeten realistisch dar. Trotzdem empfiehlt sie: "Farben und Materialien sollten immer bei uns vor Ort ausgesucht werden, nicht anhand von Visualisierungen."
Oft werde vergessen, dass für eine gute Planung zuerst die Kundenwünsche und Bedürfnisse abgeklärt werden müssen, um optimal planen zu können.
Fragen, die hier wichtig sind, sind vielfältig: Wie viele Personen sind sie meistens zu Hause, was ist ihnen wichtig, wie ist ihr Tagesablauf, welche Materialien und Farben gefallen ihnen und welche mögen sie gar nicht, welchen Zweck sollen die Möbel erfüllen?
Auf Basis dessen entsteht ein Möbelkonzept inklusive Farb- und Materialkonzept. Für eben dieses ist Rebecca Ansprechpartnerin. Denn all das Wissen dazu eignete sie sich in der Grundausbildung und dem Studium ein und ist so Einrichtungsgestalterin HFTG Zug / Polydesignerin 3D mit Leidenschaft im Einsatz.
Station 2: Anna Iseli, Wohn- und Büroberaterin und -planerin

Ein Halbgeschoss tiefer empfängt uns Anna. Schon der Tisch vor ihr verrät: Hier geht es um Farben, um Materialien und um die Kombination dessen.
Und so macht sie deutlich, wie beides miteinander verbunden ist.
Die Farbwirkung sei nämlich je nach Material ganz unterschiedlich. Wichtig dabei sind Kontraste: Grob und fein, hell und dunkel, glänzend und matt, bunt und monochrom. Je nach Beschaffenheit kommen die Farben ganz unterschiedlich zur Geltung und ermöglichen damit natürlich auch erst undenkbare Kombinationsmöglichkeiten.
Die zwei aufgebauten Farbwelten bieten dann auch Diskussionsgrundlage: Mit Wortmeldungen aus der Runde bewegen wir uns von alten Hotels, in Omas Wohnzimmer und in den hohen Norden. Sie wecken positive und negative Erinnerungen, sie sorgen für Wärme und Kälte.
Anna verdeutlicht: "Wir lieben es zu kombinieren: Designklassiker mit Erbstücken und zeitgenössischen Möbeln, und genauso Farben und Materialien. Von Möbelstücken bis zu textilen Ergänzungen wie Teppichen oder Vorhängen.
Station 3: Davor Martic, Geschäftsführer

Über eine weitere Halbetage und durch den unterirdischen Tunnel geht es dann zu Davor Martic in die Welt der Büros. hier treffen wir natürlich auch auf die Marke für moderne Büros: USM. Neue Softpanels sorgen für neue Gestaltungsmöglichkeiten und raumakustische Vorteile, erzählt Davor.
Er berichtet ausserdem vom Wandel, den Büroräumlichkeiten in den letzten Jahren durchgemacht haben. Während rund um Corona das Home Office Fahrt aufgenommen hat und das gemeinsame Büro seinen Wert verlor und für freie Büroflächen sorgte, gewinnt das Büro heute wieder an Relevanz. Menschen wollen sich wieder begegnen und persönlich austauschen. Den Wandel müssen Büros mitmachen und können davon profitieren. Er erlebe, dass in gut ausgestatteten Büros die Präsenzzeit der Mitarbeitenden steige, weil die Aufenthaltsqualität so stark sei.
Wichtig seien aber auch flexible Arbeitsplätze, die von wechselnden Arbeitnehmenden genutzt werden können. Mit offen gestalteten Räumen, die die Begegnungen fördern, würden aber auch Rückzugsmöglichkeiten an Relevanz gewinnen: Telefonkabinen sind nur ein gutes Beispiel für neue Formen der Bürogestaltung.

Beim gemeinsamen Apéro hiess es dann noch: Austauschen und den Abend ausklingen lassen.